(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 18.Mai 2019)

Petersberg (fs) – Was war das für ein verrücktes Spiel am Petersberger Waidesgrund: Meister SG Bad Soden musste etwas überraschend die erste Saisonniederlage einstecken und verlor in der Fußball-Gruppenliga beim Mit-Absteiger mit 4:5 (2:2). Gerade in der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse: Die Sprudelkicker waren am Ende nur noch zu neunt, trafen in der Nachspielzeit aber doppelt.

„Gegen zwölf Mann hast du eben keine Chance zu gewinnen“, haderte Bad Sodens Trainer mit der Leistung von Schiedsrichter Lucas Mittermüller (Hertingshausen) und dessen Assistenten: „Es kann nicht sein, dass der Schiedsrichter und die Assistenten in den letzten 15 Minuten alles gegen uns pfeifen und sich dabei mit den Petersbergern und deren Zuschauern blöd angrinsen“, meinte der 32-Jährige, dem vor allem die Rote Karte gegen Innenverteidiger Leon Bräuer sauer aufstieß: Die Sprudelkicker hatten durch Benedikt Kreß, der eine Hereingabe von Jaron Krapf gerade zum 4:3 über die Linie gedrückt hatte, den Anschlusstreffer markiert und waren im Angriff, als der Ball über die Torauslinie ging. „Das war klar Ecke, aber der Schiedsrichter entscheidet auf Abstoß. Leon sagt dann zum Schiedsrichter, er solle die Augen aufmachen und sieht Rot“, ärgerte sich Römmich.

Anstatt womöglich den Ausgleich zu machen, kassierten die Sodener, die nun nach der Gelb-Roten Karte gegen Tuna Moaremoglu wegen zweier taktischer Fouls nur noch zu neunt waren, kassierten durch einen direkt verwandelten Freistoß von Adrian Bleuel dann sogar das 3:5 (90.+3), steckten aber nicht auf. Daniele Fiorentino verkürzte für die Sprudelkicker, denen nun aber die Zeit fehlte – kurz darauf war Schluss und die erste Sodener Niederlage besiegelt. „Wir kommen auch nach dem 5:3 noch zurück. Wenn das Spiel noch zwei Minuten geht, machen wir noch das 5:5“, war sich Römmich sicher, während Petersbergs Trainer Jürgen Krawczyk jubelte: „Wir waren in der zweiten Halbzeit klar besser und haben uns viele Chancen herausgespielt. Das war ein ganz starkes Spiel von uns, zumal wir die Tore alle super herausgespielt haben, besser geht es nicht. Dem Tabellenführer fünf Stück einzuschenken, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Wir haben hochverdient gewonnen.“

Dabei hatten die Sprudelkicker das Spiel in den ersten 30 Minuten voll im Griff und führten verdient mit 2:0: Die Petersberger hatten vor allem durch Boris Aschenbrücker gute Möglichkeiten, erst in Führung zu gehen oder später auszugleichen, der Routinier traf jedoch das Tor nicht. Stattdessen traf erst Christoph Neiter nach einer Ecke per Kopf und dann musste Jaron Krapf eine Hereingabe nur noch über die Linie drücken (29.). Krapf ließ danach zwei weitere Hochkaräter liegen, was sich noch rächte: Erst bereitete Tim Stenger über rechts den Anschlusstreffer von Aaron Neu klasse vor (42.), dann traf er nach sehenswertem Solo überlegt zum Ausgleich ins Eck (45.).

Nach dem Seitenwechsel hatten die Petersberger mehr vom Spiel, Boris Aschenbrücker verpasste jedoch die Führung. Die Geschichte des Spiels erzählte dann allerdings Adrian Bleuel: Der künftige Künzeller, der wie Stenger (hört auf), Tim Ströder (Eichenzell), Kubilay Kücükler (Steinbach) und Andreas Brzoza (eigene zweite Mannschaft) vor dem Spiel verabschiedet wurde, kam für „Asche“ ins Spiel und war dann der Held des Spiels: Erst legte Stenger nach einer Balleroberung im Mittelfeld überlegt quer, Bleuel musste nur noch einschieben (74.). Beim 4:2 ging Stenger in Richtung Grundlinie und legte auf Bleuel zurück, der locker einschob (86.). In der Nachspielzeit verwandelte Bleuel dann noch den Freistoß von der Strafraumkante zum 5:3 (90.+3) und sorgte so für kollektiven Jubel. „Wir haben nicht aufgegeben und ein Riesenspiel abgeliefert“, strahlte Krawczyk, während Römmich zugeben musste: „Petersberg hat hier auch das beste Saisonspiel gemacht, da muss man auch mal ein Lob aussprechen.“ Umwerfen werde die Niederlage die Sprudelkicker allerdings nicht, betonte der 32-Jährige: „Die Meisterstimmung wird uns keiner vermiesen. Wir sehen das ganz locker, die Niederlage ist nichts Schlimmes, alles ist cool. Zumindest war es für die Zuschauer interessant.“

Petersberg: Goldbach; Tranchina, M. Aschenbrücker, Ströder, Stupp (87. Kilian) – Kücükler, von Pazatka, Bott – Neu – Stenger, B. Aschenbrücker (60. Bleuel)

Bad Soden: Ersöz; Gietl, T. Paulowitsch, Bräuer, Lairich (46. Kreß) – C. Neiter, Moaremoglu – Krapf, Pospischil, Degermenci – Kreß.

Tore: 0:1 Christoph Neiter (7.), 0:2 Jaron Krapf (29.), 1:2 Aaron Neu (42.), 2:2 Tim Stenger (45.), 3:2 Adrian Bleuel (74.), 4:2 Adrian Bleuel (86.), 4:3 Benedikt Kreß (90.), 5:3 Adrian Bleuel (90.+3), 5:4 Daniele Fiorentino (90.+4)

Zuschauer: 100.

Gelb-Rote Karte: Tuna Moaremoglu (Bad Soden, 70.)

Rote Karte: Leon Bräuer (Bad Soden, 90.+2) wegen Schiedsrichterbeleidigung

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