(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 20.Oktober 2019)

Fulda (fs) – Enttäuschung pur bei der SG Bad Soden, Riesenjubel hingegen bei der SG Johannesberg: Im Derby in der Fußball-Verbandsliga führten die Sprudelkicker schon mit 3:1 und sahen wie der sichere Sieger aus, verloren auf denkbar unglückliche Weise aber doch noch mit 3:5 (3:1) und haben es verpasst, den Rückstand auf die Topteams zu verkürzen. Die SGJ wiederum kletterte durch den vierten Sieg in Folge an die Tabellenspitze und führt die Liga nun an.

„Wir haben ganz viel Moral bewiesen, die ganze Mannschaft hat Herz gezeigt“, freute sich Johannesbergs Trainer Zeljko Karamatic, während aus Bad Sodens Übungsleiter Anton Römmich die pure Enttäuschung heraussprudelte: „Fußball ist einfach brutal. Wir sind der unglückliche Verlierer heute, hier war so viel mehr drin für uns, aber belohnen uns einfach nicht.“ Vor allem die Entstehung der Gegentore fuchste den seit Samstag 33-Jährigen: Beim zwischenzeitlichen 1:2 grätschte Innenverteidiger Adrian Saletnik den Ball unglücklich ins eigene Tor (15.), beim 2:3 fälschte Tuna Moaremoglu einen Schuss von Marcel Mosch noch höchst unglücklich ab (57.) Dazu waren auch Johannesberger Tore drei und fünf ebenfalls noch abgefälscht.

Dabei sahen die Sprudelkicker zur Pause beinahe schon wieder sichere Sieger aus: Die Gäste führten nach einer bärenstarken Leistung vor allem von Daniele Fiorentino schon mit 3:1. Erst traf Khaibar Amani nach Hereingabe von Fiorentino (4.), dann Jaron Krapf (14.), zudem traf Amani nach sieben Minuten nur Aluminium. Durch den Anschlusstreffer ließen sich die Sprudelkicker dennoch nicht beirren, stattdessen machte Fiorentino per Volleyabnahme nach einer Ecke das 1:3 (20.). „Spielerisch war die erste Halbzeit gar nicht so schlecht, aber wir haben da Geschenke verteilt“, haderte Karamatic mit den Gegentreffern, während Römmich lobte: „Wir spielen eine überragende erste Halbzeit, das war sehr, sehr geil.“

Noch vor der Pause reagierte der SGJ-Coach und brachte mit Sorin Leucuta einen zweiten Stürmer, dazu stellte er auf ein noch offensiveres System mit zwei Außenbahnspielern und zwei Stürmern um. „Aber das Risiko hat sich gelohnt“, befand Karamatic zufrieden. Im Zentrum mussten Niklas Zeller und Marcel Mosch zwar viele Löcher stopfen, gerade Mosch machte im zweiten Durchgang jedoch ein Riesenspiel, erzwang durch seinen Schuss ein Eigentor von Tuna Moaremoglu zum 2:3 (57.) und traf dann aus der Distanz ins Eck zum 3:3 (72.). Bitter für die Gäste: Vor dem 2:3 hatte Fiorentino die Riesenchance zur Vorentscheidung, scheiterte jedoch am Ex-Sodener Mitja Hofacker im Johannesberger Kasten (56.), vor dem Ausgleich hätte Moaremoglu einfach selbst abziehen müssen, anstatt nochmal querzulegen (70.).

Stattdessen liefen die Sprudelkicker Sekunden später in einen Konter und nur zwei Minuten später stellte Marius Löbig den Spielverlauf vollends auf den Kopf: Nach Vorlage von Zeller setzte der Ex-Hadamarer den Ball aus 18 Metern sehenswert in den Winkel (73.), kurz darauf traf Löbig mit einem abgefälschten Schuss zur Entscheidung (82.). „So viel Pech kann man eigentlich gar nicht haben. Wenn die Schüsse beim zweiten und fünften Tor nicht abgefälscht werden, sind sie absolut ungefährlich. Beim ersten und vierten Gegentor spielen wir den Ball selbst wieder in die Gefahrenzone. Wir haben uns heute selbst geschlagen“, ärgerte sich Römmich, dessen Team wohl erst einmal nichts mehr mit den Plätzen ganz oben zu tun haben dürfte. Dafür grüßt die SG Johannesberg nun von ganz oben. „Aber wir schauen gar nicht so sehr auf die Tabelle, sondern einfach nur von Spiel zu Spiel“, betonte Karamatic.

Johannesberg: Hofacker; Lembach, Raab, Moise, Mondo – Kengni Fotsing (40. Leucuta) – Gjocaj,  Zeller, Mosch (78. Rexius), Löbig – Calin (76. Sorg)

Bad Soden: Ersöz; Lairich (46. K. Paulowitsch), C. Neiter, Saletnik (80. Ilir), Kymlicka – Moaremoglu, Pospischil – Demuth, Amani, Krapf – Fiorentino.

Schiedsrichter: Carlo Faulhaber (Bad Homburg)

Tore: 0:1 Khaibar Amani (4.), 0:2 Jaron Krapf (13.), 1:2 Adrian Saletnik (15., Eigentor), 1:3 Daniele Fiorentino (20.), 2:3 Tuna Moaremoglu (57., Eigentor), 3:3 Marcel Mosch (70.), 4:3 Marius Löbig (73.), 5:3 Marius Löbig (82.)

Zuschauer: 250.

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