(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 23.November 2019)

Bad Soden (pf) – Last-Minute-Sieg für den OSC Vellmar, Last-Minute-Pleite für die SG Bad Soden: Die Sprudelkicker verloren am heimischen Kunstrasen zuhause noch mit 2:3 (1:1) gegen die Nordhessen – und das, obwohl Khaibar Amani wenige Minuten vor dem Ende der Führungstreffer gelungen war. Doch Vellmar zeigte Moral und bog die Partie noch komplett um.

Nach dem 7:1 gegen Ehrenberg und vor dem noch ausstehenden Spiel in Lehnerz hat der OSC mit der SG Bad Soden eine weitere harte Nuss aus Osthessen geknackt – und wie: Kannte der Jubel bei Vellmar keine Grenzen, weil die beiden entscheidenden Tore ganz spät gelangen, waren die Sodener nach den 90 Minuten plus Nachspielzeit mehr als niedergeschlagen. „Die Körpersprache war noch da und die Köpfe oben, das kommt von den Erfolgserlebnissen der letzten Wochen. Wir haben weiter nach vorne gespielt und alles gebracht, was wir offensiv noch hatten“, sagte der Trainer des Siegers, Jörg Müller.

Njegos Despotovic war es, der nach Khaibar Amanis abgefälschtem Schuss zum 2:1 für Bad Soden für den Ausgleich sorgte. Und damit noch nicht genug: Quasi mit dem Schlusspfiff schlug dann Dennis Schanze zu, nachdem Tolga Yantut – wie Despotovic von der Bank gekommen – die Übersicht behalten hatte. Sodens Trainer Anton Römmich fühlte sich derweil ans Hinspiel erinnert, als Vellmar in letzter Minute das 3:3 gelang – nur diesmal gab es gar keine Punkte für sein Team: „Es ist mal wieder ärgerlich, dass wir uns nicht belohnt haben. Wir waren in den letzten Minuten total verunsichert und der Schiedsrichter zeigt vier Minuten an, nach fünf fällt dann das Tor“, fasste Römmich die Schlussphase aus seiner Sicht zusammen.

Auch der Start der Partie gehörte Vellmar: „Wir haben super angefangen, Bad Soden kam überhaupt nicht richtig zur Entfaltung“, sagte Müller, dessen Team durch Sebastian Wageners Kopfball nach Ecke früh in Führung ging. Erst nach etwa einer halben Stunde konnten sich die Sprudelkicker etwas befreien und kamen zu Chancen. „Das 1:1 war dann fast folgerichtig“, meinte Müller zum Ausgleichstor: Tuna Moaremoglu stocherte den Ball auf Vorlage von Daniele Fiorentino über die Linie, direkt danach war Pause. Und Anton Römmich musste erkennen, dass die offensive Idee mit Dreierkette zu Beginn gescheitert war: „Wir haben dann auf 4-2-3-1 umgestellt und standen besser“.

Der Zug fehlte beim OSC dann auch nach dem Seitenwechsel, doch auf beiden Seiten passierte vor den Toren nicht allzu viel Spannendes. Die Sodener waren aber nun das bessere Team. Zur Schlussphase hin stabilisierten sich die Gäste dann und fanden spät wieder Zugriff aufs Spiel – allerdings konnte Keeper Sebastian Nödel beim 2:1 für Soden durch Khaibar Amani, der nach der Länderspielreise mit Afghanistan zunächst auf der Bank saß, nichts machen, denn der Abschluss war unhaltbar abgefälscht. „Dann gab es eine kurze Verletzungspause und wir legen uns das Ding selbst hinten rein“, haderte Römmich wiederum mit dem Ausgleich, bevor die Gäste nochmal treffen sollten und alle drei Punkte von der Bornwiese entführten, mit denen der OSC nun an den Top Fünf dran ist.

Bad Soden: Ersöz – Neiter, T. Paulowitsch, Saletnik – Demuth (80. Dworschak), Moaremoglu, Pospischil, Kymlicka – Ilir (67. Amani), Fiorentino, Krapf (46. Lairich).

Vellmar: Nödel – Brinkmann (67. Ziegler), Wagener, Igel (89. Yantut) – Siebert, Schanze, Milloshaj, Scherer, Glogic – Demaj (75. Despotovic), Aytemür.

Schiedsrichter: Mirko Radl (Biebesheim)

Tore: 0:1 Sebastian Wagener (12.), 1:1 Tuna Moaremoglu (45.), 2:1 Khaibar Amani (84.), 2:2 Njegos Despotovic (89.), 2:3 Dennis Schanze (90.)

Zuschauer: 80.

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