(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 12.Mai 2019)

Bad Soden (pf) – Auch der personell gebeutelte TSV Künzell konnte dem Meister aus Bad Soden kein Bein stellen, mit einer gewieften Taktik von Coach Markus Pflanz aber dennoch Paroli bieten. Erst im zweiten Durchgang machte Soden das Ergebnis deutlich, unzufrieden war Pflanz nach der 1:6 (1:2)-Niederlage bei den Sprudelkickern aber trotzdem nicht. Bei den Hausherren schossen derweil andere für den lange verletzten Lukas Ehlert die Tore.

Ohne Samet Degermenci, Tuna Moaremoglu und Lukas Ehlert traten die Sodener an, der Meister konnte die Ausfälle dennoch gut kompensieren. „Künzell war sehr spielfreudig und hat offensiv gespielt, trotzdem haben wir mit einer ordentlichen Leistung dagegengehalten“, meinte Trainer Anton Römmich, der unter der Woche die bittere Nachricht vom Achillessehnenriss bei Stürmer Ehlert verkraften musste. „Das tut der Mannschaft und dem Verein weh, aber ich glaube ihm am meisten. Er lebt und liebt den Fußball und ist ein Ausnahmetalent“, so Römmich, der das Ziel ausgab, „ihn in den nächsten Monaten zu begleiten, dass er noch stärker zurückkommt“.

Dass das Ergebnis der Leistung der Künzeller nicht unbedingt gerecht wurde, meinte derweil TSV-Coach Markus Pflanz: „Es hört sich seltsam an, aber ich bin gar nicht so unzufrieden. Wir haben es zum Großteil gut gelöst, es hätte auch 8:6 ausgehen können“, sagte Pflanz nach der Partie, wusste aber, was den Unterschied gemacht hatte: „Vom Mannschaftlichen her waren wir nicht schlechter, aber Soden hat eine individuelle Klasse, mit der sie in der Gruppenliga nichts zu suchen haben“.

Besonders im ersten Durchgang konnten die Gäste die Partie offenhalten, Bad Soden im 3-6-1-System mit zentraler Raute Paroli bieten und hatten auf den Kopfballtreffer von Leon Bräuer (14.) die richtige Antwort parat: Louis Winkow antizipierte einen Ball und blieb cool vor dem Tor, der Assist ging nach verunglücktem Rückpass aber an die Sodener. „Nach dem 1:1 waren sie mit sich selbst unzufrieden, aber dann machen wir wieder einen Fehler und verlieren unnötig den Ball“, haderte Pflanz und sprach Daniele Fiorentinos 2:1 an, bei dem der Ball wohl hinter der Linie war.

In der zweiten Halbzeit zeigten die Hausherren dann wieder, warum sie der absolut verdiente Meister dieser Saison sind, wenngleich einige Schiedsrichterentscheidungen den TSV Künzell aufgeregt hatten – so beispielsweise Jaron Krapfs Freistoß, der zunächst in der Mauer hängenblieb, ehe Krapf den Nachschuss zum 3:1 verwerten konnte. Benedikt Kreß per Doppelpack und Adrian Saletnik per Kopf schraubten das Ergebnis in die Höhe. „Künzell hat sich dann weiter zurückgezogen, wir haben die Tore nach Standards gemacht oder gut herausgespielt“, sagte Coach Römmich. Sehenswert war besonders Kreß Fernschuss direkt in den Winkel. „Wenn er noch mehr an sich glaubt, sehen wir solche Tore öfter von ihm“, betonte sein Trainer.

Bad Soden: M. Neiter – Gietl (65. Rohatsch), Bräuer, T. Paulowitsch, K. Paulowitsch – C. Neiter, Saletnik – Kreß, Pospischil, Krapf – Fiorentino

Künzell: Kircher – Jacobi, Scholz, Nuspahic – Isselstein – Flache, Schlott, Zeller, Schwab (75. Cevik) – Farnung – Winkow.

Tore: 1:0 Leon Bräuer (14.), 1:1 Louis Winkow (23.), 2:1 Daniele Fiorentino (41.), 3:1 Jaron Krapf (51.), 4:1 Benedikt Kreß (66.), 5:1 Benedikt Kreß (76.), 6:1 Adrian Saletnik (88.)

Zuschauer: 50.

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