Soden zurück im Abstiegskampf – „Arbeitsverweigerung“

(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 02.April 2018)

Meißner (fs) – Eine gute erste Halbzeit spielte die SG Bad Soden am Ostermontag bei den „Adlern“ in Weidenhausen, fanden im zweiten Durchgang jedoch so gut wie gar nicht mehr statt und musste am Ende eine bittere 1:5 (1:2)-Auswärtspleite hinnehmen. Trainer Anton Römmich ist mächtig angefressen, zumal sich seine Sprudelkicker nach dem vierten Spiel in Folge ohne Sieg wieder mitten im Abstiegskampf befinden.

„Kämpferisch und läuferisch war das eine echt gute erste Halbzeit, wir haben nur zwei Fehler gemacht. Aber nach dem 3:1, als wir einen Freistoß kassieren, war das Arbeitsverweigerung. Ich bin wirklich stinksauer, da haben sich alle aufgegeben und jeder sucht den Fehler bei den anderen anstatt bei sich selbst. Da ist keiner in der Lage, das Team mal voranzutreiben und vorwegzugehen“, kritisiert Römmich sein Team für eine ganz schwache zweite Hälfte.

Knackpunkt war letztlich der direkt verwandelte Freistoß von Jan Gerbig zum zwischenzeitlichen 3:1 gut zehn Minuten nach der Pause, obwohl danach eigentlich noch lange genug zu spielen war. Offensiv fanden die Sprudelkicker allerdings nun so gut wie gar nicht mehr statt, ergaben sich in ihr Schicksal und kassierten durch Gerbig per Foulelfmeter nach Foul von Leon Bräuer (71.) und durch Henrik Renke, der von einem Fehler in der Sodener Hintermannschaft profitierte (3.), noch die Treffer vier und fünf. „Da hatten wir dann so gut wie gar keine Chancen mehr“, bedauert Römmich.

Dabei war für die Sprudelkicker durchaus etwas drin: Younes Idrissi rückte als Innenverteidiger für Tim Paulowitsch ins Team, dafür ersetzte Tim Paulowitsch den rotgesperrten Kapitän Kevin Demuth als Rechtsverteidiger, zudem rückte Kevin Paulowitsch für Dimitrij Scheller ins Team. Im Kasten stand Daniel Soldevilla für den verhinderten Arturo Gonzalez-Garcia und der hatte beim 0:1 seine Finger im Spiel: Nach einer Ecke konnte Soldevilla den Ball nicht festhalten, Manuel Toro Moreno traf anschließend aus rund acht Metern (6.). Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten, Leon Bräuer traf nach einer Ecke von Daniele Fiorentino (9.).

Darauf ausruhen konnten sich die Gäste allerdings nicht, nach einem Ballverlust stimmte im Abwehrzentrum die Zuordnung nicht, Tim Gonnermann lief allein aufs Tor zu und blieb eiskalt (15.). „Da stehen wir nicht eng genug beim Mann“, hadert Römmich, der analysiert: „Ansonsten waren wir in der ersten Halbzeit klar besser. Wir hatten auf der anderen Seite genügend Chancen.“ Einmal mehr ließen die Sprudelkicker jedoch reihenweise beste Chancen liegen: Erst traf Fiorentino nach klasse Pass von Marco Di Maria nur die Latte (27.), dann Di Maria nach einer Ecke nur den Pfosten (30.), Kevin Paulowitsch verpasste danach jeweils den Nachschuss. Nach dem 3:1 ergaben sich die Kurstädter jedoch ihrem Schicksal und warten nach der 1:5-Pleite nun schon seit vier Spielen auf einen Sieg, mit 27 Punkten ist Bad Soden jetzt 14. und steht damit wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. „Der Spieltag war für uns komplett für die Füße, aber vielleicht kam die Klatsche für uns ja zum richtigen Zeitpunkt. Spätestens jetzt sind wir im Abstiegskampf, das muss jeder verstehen. Wir müssen jetzt den Kampf annehmen und Gas geben“, hofft Römmich auf einen Lerneffekt.

WeidenhausenKlotzsch; Hammer, Beng, Renke (89. Pfliegner), J. Gonnermann (86. Ewald), Göbel, S. Gonnermann (78. Soohoon), T.Gonnermann, Gerbig, Pankow, Toro Moreno.

Bad Soden: Soldevilla; T. Paulowitsch, Idrissi, Bräuer (70. Scheller), Burgstaller – Neiter – Di Maria (85. Lairich) – Jordan (55. Krapf), Ehlert, K. Paulowitsch – Fiorentino.

Schiedsrichter: Wissam Awada (Kassel)

Tore: 1:0 Manuel Toro Moreno (6.), 1:1 Leon Bräuer (9.), 2:1 Tim Gonnermann (15.), 3:1 Jan Gerbig (56.), 4:1 Jan Gerbig (71., Foulelfmeter), 5:1 Henrik Renke (83.)

Zuschauer: 150.

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