(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 11.Februar 2021)

Osthessen (pf) – Wann rollt der Ball wieder im Amateurfußball? Diese Frage bleibt weiter ungeklärt, weil auch in den Bund-Länder-Beschlüssen vom Mittwochabend keine Lockerungen angekündigt sind. Bis Mitte März ruht der Ball, danach ist der Hessische Fußballverband weiter bestrebt, die Hinrunde zu Ende zu bringen. Dann muss es aber auch wieder mit dem Training losgehen, sonst sind die Pläne über den Haufen geworfen.

 „Es ändert sich erstmal gar nichts an unserer Planung. Wir wollen versuchen, die Vorrunde durchzuspielen“, sagt Verbandsfußballwart Jürgen Radeck (Ortenberg) infolge der neuesten Beschlüsse von Bund und Ländern. Heißt: Der Stichtag ist der 18. April, der bezieht sich auf den Extremfall Gruppenliga Frankfurt Ost. Hier haben einzelne Teams noch elf Spiele zu absolvieren und müssten an diesem Sonntag starten. „Dann würden wir das in jeder Liga hinbekommen“, so Radeck. Allerdings: Das Training muss irgendwann wieder möglich sein, der Verband hatte drei bis vier Wochen Vorbereitungszeit für die Vereine eingeplant. Und das wird eng, wenn nicht Mitte März wieder gekickt werden kann.

In Osthessen haben die Teams vereinzelt nur noch wenige Spiele, in der Gruppenliga aber auch noch neun beziehungsweise acht Partien zu absolvieren. Auch Verbandsligist SG Bad Soden müsste noch achtmal ran, in der Hessenliga sind es sieben Partien für alle hiesigen Vertreter. Hessenliga-Klassenleiter Matthias Bausch (Waldbrunn) rechnet vor: „Der Endpunkt ist der 13. Juni und der ist fix, danach geht nichts mehr. Wenn wir am 2. Mai anfangen, würde es noch gehen. Wir haben dann sieben Sonntage, die paar Nachholspiele werden unter der Woche gespielt. Wir könnten auch zwei Wochen später anfangen, dann würde es eben zwei Wochenspieltage geben“.

Noch ist Bausch also ruhig und gibt sich zuversichtlich, allerdings weiß auch er: „Dafür sollten wir erstmal trainieren dürfen. Man muss den Vereinen Vorbereitungszeit zugestehen, bevor es nur noch Verletzt gibt. Und dann ist noch die Frage, ob mit oder ohne Zuschauer gespielt wird“. Dass der Lockdown verlängert wurde, überrascht Bausch nicht wirklich, jedoch hofft er, „dass am 14. März die Zahlen so weit unten sind, dass wir irgendwann wieder trainieren dürfen“. Viele Vereine hätten bei ihm noch nicht nachgefragt, wie der Verband weiter vorgeht, weil auch sie wissen würden, dass man aktuell wenig sagen kann.

Die Hinrunde bei den Amateuren bis Mitte beziehungsweise Ende Juni durchzuziehen, ist also weiterhin möglich, aber die Zeit läuft langsam davon. Dass die Saison verlängert würde, ist im Moment keine Option, eine Annullierung soll laut HFV das allerletzte Mittel sein – denn das hätte Konsequenzen. „Du kannst nicht im März oder April sagen, dass wir die abbrechen. Fulda und Dreieich, die in der Hessenliga weit vorne sind, würden das nicht ohne Weiteres hinnehmen“, nennt Bausch ein Beispiel, was auch in den unteren Klassen auftreten könnte. Doch zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Panik – einerseits, weil man mit der Verlängerung des Lockdowns rechnete und andere Dinge vor dem Amateursport stehen, und andererseits, weil zumindest die Beendigung der Hinrunde in allen Ligen eine faire Lösung darstellt, die nicht nur angestrebt, sondern auch (noch) möglich ist. Eine weitere Verlängerung des Lockdowns über Mitte März hinaus würde aber wohl sicher Konsequenzen mit sich bringen – sei es eine viel kürzere Vorbereitungszeit oder ein komplettes Umdenken, was die Wertung der Runde angeht.

Auch den Hessenpokal würde Pokalspielleiter Bausch am liebsten durchbringen. Der OFC, der gegen den Hünfelder SV ran muss, brachte kürzlich die Idee, mit Corona-Tests und einer Ausnahmegenehmigung spielen zu dürfen. Allerdings: Das bräuchten dann alle Teams, denn es sind auch noch Gruppenligisten im Achtelfinale vertreten. Und unterhalb der Regionalliga hat niemand mehr seit Anfang November trainiert.

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