(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 30.November 2019)

Kassel (fs) – Ist das bitter: Die SG Bad Soden hat im Aufsteigerduell bei Türkgücü Kassel eine mehr als vermeidbare Last-Minute-Pleite einstecken müssen und durch einen Foulelfmeter in der Nachspielzeit mit 0:1 (0:0) verloren. Für die Sprudelkicker, bei denen die Paulowitsch-Brüder Kevin und Tim sowie Trainer Anton Römmich jeweils die Ampelkarte sahen, war es die dritte Niederlage in Folge. Der SG-Coach ist stinksauer – vor allem auf den Unparteiischen.

War schon die 2:3-Niederlage gegen Vellmar in der Vorwoche durch die Gegentreffer in der Nachspielzeit schon extrem bitter, da sorgte der Gegentreffer zum 0:1 in Kassel in der Nachspielzeit für entsetzte Gesichter bei den Sprudelkickern: Nach einem langen Ball kam Sodens Keeper Abdul Samed Ersöz aus seinem Kasten und faustete den Ball an der Strafraumgrenze ins Seitenaus, ein Kasseler kam angelaufen und stieß mit dem Schlussmann zusammen. „Jeder am Sportplatz dachte, das gibt ein Stürmerfoul. Die beiden laufen seitlich ineinander, der Stürmer springt Abdul in die Seite. Und auf einmal gibt der Schiedsrichter Elfmeter“, berichtet Bad Sodens Trainer Anton Römmich geknickt, der sich gar nicht mehr beruhigen wollte und dann von Schiedsrichter Philipp Metzger (FSV Wolfhagen) mit Gelb-Rot bedacht wurde. Römmich erhebt schwere Vorwürfe gegen den Schiedsrichter: „Das ist einfach eine Frechheit, das war eine klare Fehlentscheidung. Aber das ging schon vor dem Spiel los, als der Schiedsrichter jeden Spieler mit Handschlag begrüßt hat. Und dann waren die beiden ersten Gelben Karten gegen die Paulowitsch-Brüder absolut überzogen. Dass er dann dieses Ding pfeift, das macht mich sprachlos, da bist du einfach machtlos. Ich hoffe, das hat ein Schiedsrichterbeobachter gesehen und genauso beobachtet wie wir.“ Joker Yasin Bingül wiederum waren die ganzen Diskussionen egal, er verlud Ersöz und schoss die Gastgeber zum 1:0-Sieg im Aufsteigerduell.

Dabei waren die Sprudelkicker im ersten Durchgang die klar bessere Mannschaft und hatten durch Christian Pospischil (7.), Daniele Fiorentino (21.) und Ilir Memeti (35.) drei 100-Prozentige, um selbst in Führung zu gehen, während von Kassel wenig bis nichts zu sehen war. „Wir haben viel den Ball und Gegner laufen gelassen“, erklärt Römmich weiter, dessen Team dann allerdings in Durchgang zwei lange brauchte, um wieder ins Spiel zu finden – nach taktischen Fouls flogen dann aber nacheinander erst Tim (60.) und dann auch Kevin Paulowitsch (75.) jeweils mit Gelb-Rot vom Platz. Selbst zu neunt war Bad Soden aber gleichwertig und hatte durch Jaron Krapf eine prima Konterchance, die der Youngster allerdings vergab. Dann kam die Nachspielzeit – und der Last-Minute-K.o. für die Sprudelkicker, die die dritte Niederlage in Folge einstecken mussten. „Kassel war auf keinen Fall die bessere Mannschaft“, hadert Römmich.

Kassel: Perzel; Altindag, Demirbas, Gerber, Kara, Bicer, Özdemir, Semoski, Janek, Büyükata, Maslak.

Bad Soden: Ersöz; Demuth, C. Neiter, T. Paulowitsch, Kymlicka – Moaremoglu (75. Dworschak) – K. Paulowitsch, Pospischil, Memeti (80. Hamidovic), Krapf – Fiorentino.

Tor: 1:0 Yasin Bingül (90.+3, Foulelfmeter)

Zuschauer: 80.

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