(Bericht von www.osthessen-zeitung.de)

Schlüchtern (pf) – Überraschung im Fußball-Kreispokal Schlüchtern: Die SG Freiensteinau, frischgebackener Meister der Kreisoberliga Süd, bezwang im Endspiel auf der Auwiese den Gruppenliga-Champion aus Bad Soden mit 2:1 (1:1) und durfte so das erste Double der Vereinsgeschichte bejubeln. Finalheld war Jannik Beikirch, die Sprudelkicker wiederum waren etwas ersatzgeschwächt und mussten sich letztlich nicht unverdient geschlagen geben.

„Der Matchplan ist aufgegangen. Es hat sich schon lange keiner mehr so über den Pokal gefreut wie wir heute“, freute sich SGF-Coach Heiko Breitenberger überschwänglich, der wusste, dass die Sodener technisch stärker sind – und so seiner Mannschaft einimpfte, die Räume ganz eng zu machen. „Wir wollen Konter setzen, haben dann einen unberechtigten Elfmeter gegen uns bekommen, aber ich denke aufgrund der zweiten Halbzeit geht das in Ordnung. Da haben wir gut gestanden“. Den Unterschied für sein Team machte Top-Torjäger Jannik Beikirch, der die SGF in Front schoss und im zweiten Durchgang dann auch das entscheidende 2:1 markierte.

„Uns haben am Saisonende einfach die Körner gefehlt. Das hat mit diversen Verletzungen zu tun“, meinte Sodens sportlicher Leiter Wladimir Römmich, der den verhinderten Coach und Bruder Anton vertrat und ein gemischtes Team aus erster und zweiter Mannschaft ins Rennen schickte. Doch nach wenigen Minuten war der Matchplan über den Haufen geworfen, als Kevin Paulowitsch, der auf die Schulter gefallen war, runter musste. „Er kann so ein Spiel entscheiden“, sagte Römmich, wollte aber die Leistung des Gegners nicht schmälern: „Freiensteinau war bissig und hat gefightet. Es war ein typisches Pokalspiel. Das 1:2 passiert uns das ganze Jahr nicht, aber heute“.

Dabei konnten die Sodener von Glück reden, überhaupt mit einem 1:1 in die Pause zu gehen: Denn Freiensteinau war im ersten Durchgang trotz lange andauernder Meisterfeier sehr aktiv, die Sprudelkicker wirkten hingegen etwas lustlos. Jannik Beikirch brachte die SGF früh nach Hereingabe von Markus Meinhart in Front (6.), ehe Christian Pospischil kurz vor der Pause ausgleichen konnte. Doch wohl jeder der rund 300 Zuschauer konnte die Proteste des Außenseiters verstehen, weil Sebastian Sill im Zweikampf mit Moaremoglu keineswegs hart vorging. Doch der insgesamt nicht souveräne Schiri Markus Dinnebier (Schlüchtern) zeigte auf den Punkt, Pospischil verwandelte humorlos (44.). Ansonsten passierte im ersten Durchgang nicht viel.

Soden kam giftiger aus der Pause, hatte jedoch einen Mann nicht im Griff: Jannik Beikirch. Stribrny brachte die Ecke in die Mitte, wo der Ball dem Freiensteinauer Goalgetter vor die Füße fiel – eine Einladung, die Beikirch, der kommenden Montag 24 wird, dankend annahm (56.). Der Gruppenliga-Meister kam in Person von Daniele Fiorentino dann mehrmals vor die Kiste, doch die Defensive der SGF hielt Stand. Im Tor kratzte Julian Sill in der Schlussphase noch Christian Pospischils Freistoß aus dem Winkel, auf der anderen Seite spielte die Breitenberger-Elf ihre Kontergelegenheiten aber nicht gut aus, sodass es bis zum Ende spannend blieb. „Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass wir noch was reißen“, bemängelte Wladimir Römmich die fehlende Entschlossenheit seiner Sodener vor dem Tor, wollte seinem Team dennoch keinen Vorwurf machen: „Wir haben in der Konstellation noch nie gespielt“.

Gefeiert wurde derweil bei der SG Freiensteinau, die erst nach dem Gewinn des Meistertitels in der KOL Süd am Wochenende die Vereinskneipe leergetrunken hatte. „Ich weiß nicht, wo wir die Körner heute hergenommen haben. Aber ich hoffe, dass diesmal genug Bier da ist“, scherzte Kapitän Sebastian Krieg nach einem „absolut überragenden“ Auftritt seiner Mannschaft.

Bad Soden: Ersöz – Albayrak, Alagic, T. Paulowitsch, Lauer – Moaremoglu, Neiter – Rohatsch (56. Breitenberger), Pospischil, K. Paulowitsch (9. Salomon) – Fiorentino.

Freiensteinau: J. Sill – Meinhart (20. Höbeler), S. Sill, Krieg, Link – Papsch, Schöniger, N. Beikirch, Seipel (71. Schenk) – J. Beikirch (76. Lotz), Stribrny.

Schiedsrichter: Markus Dinnebier (Schlüchtern)

Tore: 0:1 Jannik Beikirch (6.), 1:1 Christian Pospischil (44., Foulelfmeter), 1:2 Jannik Beikirch (56.)

Zuschauer: 300.

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