(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 14.Oktober 2020)

Bad Soden (fs) – Der Hünfelder SV steht im Achtelfinale des Fußball-Hessenpokals: Der Hessenligist setzte sich beim Verbandsliga-Topteam in Bad Soden letztlich klar mit 5:2 (1:0) durch. Allerdings hatten die ersatzgeschwächten Sprudelkicker selbst großen Anteil daran, den HSV in Führung zu bringen – den Sieg verdienten sich die Gäste dann aber im zweiten Durchgang.

Ganz, ganz bitter war die Hünfelder Führung für die Sprudelkicker: 37 Minuten lang hatten sich beide Teams auf dem Kunstrasen an der Bornwiese komplett neutralisiert und vorne Kevin Paulowitsch mit der ersten Halbchance das 1:0 nur knapp verpasst (35.), da klingelte es auf einmal hinten: Die Sodener Hintermannschaft spielte sich den Ball rund um den eigenen Strafraum zu, Hünfeld presste in Person stark und erzwang einen Fehlpass von Sodens Keeper Abdul Samed Ersöz. Max Fröhlich spritzte dazwischen und bediente Sechser Sebastian Alles (38.). „Das war für Soden natürlich absolut überflüssig, aber wir haben das auch gut gemacht. Es war wichtig, dass wir noch in Führung gegangen sind, die erste Halbzeit war eigentlich ausgeglichen“, erklärt Hünfelds Co-Trainer Simon Grosch, während Sodens Trainer Anton Römmich hadert: „Das war komplett ohne Bedrängnis, absolut unnötig. Dabei waren wir keinen Deut schlechter, wir waren dem 1:0 eigentlich sogar näher.“

Mit einem Doppelschlag kurz nach der Pause zog der HSV den Gastgebern dann den Zahn: Erst legte Maximilian Fröhlich über links für Christoph Sternstein auf, der aus 15 Metern flach zum 0:2 traf (48.), dann machte es das Duo genau andersrum (53.). Wenn die Sprudelkicker – bei denen die erfahrenen Kevin Pezzoni, Daniele Fiorentino und Lukas Ehlert ebenso wie Jaron Krapf und Jaroslaw Kymlicka verletzt fehlten, dazu musste Christos Stoilas kurz vor dem Spiel mit Knieproblemen passen – gefährlich wurden, dann durch Kapitän Christoph Neiter, der im Luftzweikampf eine Klasse für sich war: Neiter köpfte erst eine Flanke zum 1:3 aus kürzester Distanz in die Maschen (64.) und dann eine Hereingabe von Kevin Demuth zum 2:4 (78.), dazwischen köpfte er nach einer Ecke nur knapp drüber (69.).

Dass es nicht doch nochmal spannend wurde, dafür sorgte Joker Kevin Krieger, der nach einem Konter klasse von Sternstein bedient wurde (75.). Den Deckel machte dann Vogler drauf, der ebenfalls von Sternstein bedient wurde – der wiederum war mit einem Treffer und drei Vorlagen „Man of the Match“. „Das war ein absolut positiver Auftritt, wir haben immerhin fünf Tore gegen einen guten Gegner gemacht. Die zwei Gegentore sind etwas ärgerlich, aber die hat sich Soden durch eine gute Leistung auch verdient“, findet Grosch, der für das Derby gegen die Barockstadt allerdings um Max Fröhlich bangt, der einen Schlag auf den Fuß abbekommen hat. Den Coach der Sprudelkicker ärgerten zwar die Gegentore (Römmich: „Die können wir alle vermeiden, wenn wir mehr miteinander reden“), ist insgesamt mit der Leistung aber nicht unzufrieden: „Die Jungs haben eine mega Moral bewiesen. Wir haben uns teuer verkauft, nur leider nicht belohnt – bis auf das Ergebnis bin ich sehr zufrieden.“

Soden: Ersöz; Lairich (62. Okyere), Rintelmann, T. Paulowisch (77. Dworschak), Demuth – Huhn, Neiter – Bodochi, Pospischil, Adem (62. Mezini) – K. Paulowitsch.

Hünfeld: Brunner; Wenzel, Gadermann, Faulstich, Vogt – L. Budenz, Alles – Sternstein (85. Lovakovic), Rohde (71. Reith), Fröhlich (66. Krieger) – Vogler.

Schiedsrichter: Felix Ebert (Kirtorf)

Tore: 0:1 Sebastian Alles (38.), 0:2 Christoph Sternstein (48.), 0:3 Maximilian Fröhlich (53.), 1:3 Christoph Neiter (64.), 1:4 Kevin Krieger (75.), 2:4 Christoph Neiter (78.), 2:5 Max Vogler (85.)

Zuschauer: 100.

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