Gruppenliga – Soden schießt Petersberg ab – „Es ist kurz vor Zwölf“

(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 07.September 2018)

Bad Soden (fs) – Auch für einen angeschlagenen RSV Petersberg war an der Bad Sodener Bornwiese nichts zu holen: Im Duell der beiden Absteiger feierte die SG Bad Soden einen 7:0 (3:0)-Kantersieg und festigte die Tabellenführung in der Fußball-Gruppenliga. Petersberg kassierte die sechste Pleite im siebten Spiel und ist jetzt Vorletzter.

 „Wir sind geschlossen megagut aufgetreten, Laufbereitschaft und Kampfbereitschaft waren sehr gut“, lobt Bad Sodens Trainer Anton Römmich, dessen Team das Torekonto auf 36 Treffer hochschraubte. Überragender Akteur war einmal mehr Lukas Ehlert, der einen Dreierpack schnürte und mit dem 1:0 den Dosenöffner spielte: Bis dahin hatte Petersberg gut mitgehalten, stand geordnet, ließ nichts zu und hatte durch Julian Elms Bogenlampe sogar die erste Torchance des Spiels (10.). „Wir sind nur schwer ins Spiel gekommen, wir waren zwar dominant, haben uns aber nicht viele Torchancen erspielt“, muss Römmich zugeben. Dann wurde jedoch Daniele Fiorentino gefoult, Lukas Ehlert verwandelte den Freistoß aus 22 Metern rechts unten ins Eck (23.). „Das Gegentor muss nicht sein, dabei haben wir es bis zum Gegentor überragend gemacht, wirklich gut nach vorne gespielt und auch gut gestanden“, hadert RSV-Vorsitzender Jörg-Thomas Reinhard.

Bei den jungen, ersatzgeschwächten Petersbergern gingen nach dem Gegentreffer – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – die Köpfe herunter, allerdings hatten auch die Sprudelkicker auf einmal Probleme, sodass Kubilay Kücükler das 1:1 auf dem Fuß hatte, allerdings an Abdul Samed Ersöz scheiterte (36.). „Da haben wir für fünf Minuten die Ordnung verloren, das Spiel dann aber komplett in die Hand genommen und mit einem Doppelschlag das Spiel entschieden“, resümiert Römmich, dessen Team dann das 2:0 durch Lukas Ehlert nach klasse Vorarbeit von Fiorentino (41.) und das 3:0 durch Benedikt Kreß, der zwei Petersberger stehen ließ (43.), nachlegte.

Nach Wiederbeginn spielten die Sprudelkicker weiterhin druckvoll nach vorne, Kreß im Nachsetzen (47.), Ehlert nach klasse Zuspiel von Kreß über die Abwehr (52.) und Fiorentino vom Punkt nach Foul an Samet Degermenci (54.) schraubten innerhalb von wenigen Minuten auf 6:0. „Danach musste ich die Jungs sogar bremsen, aber wir wollen am Sonntag ja nachlegen“, erklärt Römmich, der Ehlert und Fiorentino vom Feld nahm und dessen Team das Spiel souverän herunterspielte. Für den Schlusspunkt sorgte Kevin Paulowitsch mit einem Knaller aus 25 Metern (77.), die Petersberger selbst fanden offensiv kaum noch statt, auch wenn der eingewechselte Markus Schlotzhauer nach vorne gute Ansätze zeigte und auch Tim Ströder sowie Youngster Michel Ickler im Mittelfeld gute Leistungen zeigten. Der Rest der Petersberger agierte jedoch ohne Selbstvertrauen und schienen sich in ihr Schicksal ergeben zu haben. „Das 0:7 ist natürlich maximal frustrierend, man kann sich auch nichts davon kaufen, dass selbst die Sodener sagen, dass das 7:0 keinesfalls unter Spiel widerspiegelt. Aber wir haben aktuell eben keinen Sturm, der sticht und machen dazu ständig individuelle Fehler. Vielen Spielern fehlt momentan das Gewinnergen und uns der Aggressive Leader“, analysiert Reinhard, der vor dem schweren Spiel gegen Thalau am Sonntag sagt: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, es ist fünf vor Zwölf. Am Sonntag sind drei Punkte Pflicht, sonst wird es düster. Aber wir müssen nach vorne blicken und vielleicht auch mal Spieler aus der zweiten Reihe von Anfang an bringen.“ Tabellenführer Bad Soden hingegen will gegen die SG Festspielstadt zuhause nachlegen.

Bad Soden: Ersöz; Lairich, Gietl, Saletnik, K. Paulowitsch (80. T. Paulowitsch) – Moaremoglu, Neiter – Kreß, Ehlert (63. Rohatsch), Degermenci – Fiorentino (72. Krapf).

Petersberg: Goldbach; Brzoza, Ehresmann, Kücükler, Kilian, Ickler (62. Stupp), Elm, von Pazatka, Stenger, Lindinger (58. Ströder), Reinhard (58. Schlotzhauer).

Schiedsrichter: Tim Wiesner (Frankfurt)

Tore: 1:0 Lukas Ehlert (23.), 2:0 Lukas Ehlert (41.), 3:0 Benedikt Kreß (43.), 4:0 Benedikt Kreß (47.), 5:0 Lukas Ehlert (52.), 6:0 Daniele Fiorentino (54., Foulelfmeter), 7:0 Kevin Paulowitsch (77.)

Zuschauer: 70.

 

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