(Bericht von osthessen-zeitung vom 12.Juni 2019)

Bad Soden (fs) – 18 Punkte Vorsprung auf Platz zwei und ein Torverhältnis von 125:29 sprechen Bände – die Meisterschaft der SG Bad Soden in der Fußball-Gruppenliga ist hochverdient. Dahinter steckt jedoch viel harte Arbeit, wie Meistertrainer Anton Römmich betont, der bei der letzten Gruppenligameisterschaft 2015 selbst noch Spieler war. Nach der direkten Rückkehr in die Verbandsliga ist die Vorfreude bei den Sprudelkickern auf die neue Saison schon jetzt riesig.

„Wir haben sehr viel erreicht, ich würde der Saison aber nur neun von zehn Punkten geben, weil ich immer noch Luft nach oben sehe. In engen Spielen oder am Saisonende haben wir teilweise nachgelassen. Wir hätten das Pokalfinale gewinnen und die Saison krönen können“, meint Römmich, der dennoch stolz auf seine Truppe ist: „Ich will die Saison auch nicht schlechtreden. Wir haben in der Gruppenliga eine Wahnsinnsrunde gespielt.“ Gerade mal ein Spiel verloren die Sprudelkicker in der gesamten Saison, das 4:5 in Petersberg gab es erst im vorletzten Saisonspiel. Bis dahin hatte die Römmich-Elf allerdings neun Spiele im Jahr 2019 gewonnen und den schon zur Winterpause komfortablen Vorsprung Spieltag für Spieltag weiter ausgebaut, sodass die Meisterschaft schon am Ostermontag feststand. „Wir sind aus der Winterpause gekommen und die Jungs haben das einfach genial gemacht. Wir haben viel weniger Gegentore bekommen als in der Vorrunde, offensiv hat es auch immer besser geklappt, weil jeder verstanden hat, dass es um die Mannschaft geht und nicht um Einzelspieler. Ein Daniele Fiorentino hätte sicherlich 15 Tore mehr auf dem Konto haben können, hat aber lieber nochmal jeden Ball quergelegt“, lobt Römmich. Mit Lukas Ehlert (33 Tore) und Fiorentino (29) stellen die Sprudelkicker die beiden diesjährigen Torschützenkönige, die gesamte Sodener Tormaschinerie lieferte pro Spiel im Schnitt 4,2 Tore ab. Ehlert fehlt nun nach seinem Achillessehnenriss zwar bis zur Winterpause, dennoch gab es einige Angebote aus der Hessenliga für das Duo, ebenso wie für Christian Pospischil. „Aber den Jungs gefällt es in Bad Soden einfach, sie fühlen sich hier megawohl und sind sehr beliebt. Das spricht für die SG Bad Soden. Es ist sicherlich nicht das Geld, was solche Spieler in Bad Soden hält“, betont Römmich.

Der B-Lizenz-Inhaber hat für die starke Runde, die seine Elf nach dem Abstieg und dem holprigen Start spielte, vor allem eine Ursache ausgemacht: Den Teamgeist. „Wir hatten auch zu Zeiten von Michael Mohr oder Klaus Dörner einen guten Kader, aber das muss man alles erst mal ins Rollen bringen. Wir mussten auch erst mal in der Liga ankommen, sind aber von Woche zu Woche stärker geworden. Nach der Acht-Spiele-Sperre gegen Christian Pospischil beispielsweise ist die Mannschaft nochmal enger zusammengerückt. Wir haben es wieder geschafft, ein Team zu werden, der Teamgeist war mega“, erklärt Römmich, der weiter ausführt: „Wir haben es nach dem Abstieg geschafft, eine Euphorie zu entfachen und eine Mannschaft zusammenzustellen, die funktioniert. Jeder hat von Anfang an Gas gegeben, die Trainingsbeteiligung war fast bei 100 Prozent.“ Großen Anteil daran, dass die Mannschaft so gut funktionierte, hatten allerdings auch Römmich und Co-Trainer Mustafa Türksoy, die in Eigenregie und auf eigene Kosten vor der Saison innerhalb von vier Wochen die Heimkabine komplett saniert und mit LED sowie einer Musikanlage ausgerüstet haben. „Das ist keine Umkleidekabine mehr, sondern ein Wohnzimmer für die Jungs geworden“, lacht der 32-Jährige, den vor allem die Entwicklung seiner beiden Spielführer Christoph Neiter und Kevin Paulowitsch begeistert, die beide als Führungsspieler einen Riesenschritt gemacht hätten.

Vor allem die zahlreichen Meisterschaftsfeiern der Kurstädter hatten es in sich, nach dem letzten Heimspiel feierten die Sprudelkicker schließlich mit den Fans und Helene Fischer-Double Vanessa Koppel aus Hutten eine große Saisonabschlussfeier, bevor es nach dem Pokalfinale mit 26 Mann nach Düsseldorf auf Abschlussfahrt ging. Dennoch liegt der Fokus bei Römmich und seinem Bruder Wladimir (Sportlicher Leiter) sowie dem neuen Teammanager Jochen Koppel bereits voll auf der neuen Saison: Mit Radomir Vlk (Johannesberg) und Ex-Kapitän Kevin Demuth, der aus Rothenbergen zurückkehrt, wurden zwar wichtige Spieler für die Defensive verpflichtet – in der Offensive fehlen mit Ehlert (Achillessehnenriss), Samet Degermenci (Ayyildizspor Wächtersbach) und Benedikt Kreß (Gundhelm/Hutten) jedoch drei Fünftel zumindest vorerst. „Da werden wir sicherlich noch etwas machen, ein Kevin Paulowitsch oder Jaron Krapf können aber auch offensiver spielen und Lukas kehrt in der Winterpause zurück“, sagt Römmich, der vor allem die Marschroute Klassenerhalt ausgibt: „Wir werden eine gute Mannschaft stellen, um so schnell wie möglich die nötigen 40, 41 Punkte zu holen. Wir backen kleine Brötchen: Nach dem letzten Jahr wissen wir, wie schnell man fallen kann. Es wird eine sehr, sehr schwere Saison für uns: Viele Mannschaften rüsten auf und wollen in die Hessenliga.“

Menü