(Bericht aus osthessen-zeitung.de vom 26.August 2018)

Bad Soden (pf) – Irres Spiel am Samstagnachmittag an der Bornwiese: Die SG Bad Soden gewann ihr Heimspiel in der Fußball-Gruppenliga gegen Aufsteiger FT Fulda verdient mit 3:2 (2:0), musste die Partie nach drei Platzverweisen aber mit acht Spielern zu Ende bringen.

Nach einer Stunde zückte Schiedsrichter Philip Bracklo zum ersten Mal die Rote Karte und schickte Christian Pospischil wegen angeblichen Nachtretens vom Platz. Etwa zehn Minuten vor dem Ende musste dann Leon Bräuer mit Gelb-Rot runter, bevor auch Lukas Ehlert in der Schlussphase noch die Ampelkarte sah. „Christian soll nachgetreten haben, aber ich hatte die Situation nicht so im Blick. Die Gelb-Rote Karte für Leon Bräuer ist okay, bei Lukas Ehlert war es ein harmloses Foul an der Mittellinie“, war Sodens Coach Anton Römmich nicht mit allen Entscheidungen des Referees einverstanden, sah am Ende aber dennoch einen verdienten Sieg seiner Mannschaft gegen einen sehr tiefstehenden Gegner: „Es war ein ekelhaftes Spiel. Sie verteidigen mit acht Mann am Strafraum, das hat nichts mit Fußball zu tun. Auch gegen acht ist ihnen nicht mehr eingefallen, als lange Bälle zu spielen.“ Mit der Niederlage musste sich letztendlich auch FT-Coach Romeo Andrijasevic abfinden: „Das geht alles in allem schon in Ordnung. Ich hätte mir natürlich einen Lucky Punch gewünscht, aber wir waren ein stückweit zu hektisch und Soden hat das clever gemacht.“

Bis auf zwei Kopfballmöglichkeiten war von den Turnern im ersten Durchgang nicht viel zu sehen, Bad Soden dagegen nahm die Partie sofort in die Hand und spielte sich einige Chancen heraus. Folgerichtig fiel auch der Führungstreffer durch Samet Degermenci, der aus 20 Metern flach ins linke Eck traf (12.). Anschließend musste Römmich aber bis fünf Minuten vor der Pause warten, bevor er nach dem Kopfballtreffer von Jaron Krapf zum zweiten Mal jubeln konnte. „Es war das alte Leid: Wir machen zu wenig aus unseren Torchancen, aber gehen trotzdem verdient mit 2:0 in die Halbzeit“, sagte der Coach der Sprudelkicker. Kurz nach dem Seitenwechsel wurde es dann aber wieder etwas spannend, weil Fuldas Jose Alberto Santiago Marmol nach einem Foul von Sodens Keeper Abdul Samed Ersöz an einen Gegenspieler vom Punkt cool blieb (49.). „Damit kommen sie natürlich zurück, aber es war eine knappe Entscheidung“, meinte Römmich.

Doch der Anschlusstreffer brachte den Gästen nicht den erhofften Auftrieb, stattdessen blieb Bad Soden ruhig und spielte weiter nach vorne. Kurz vor dem Platzverweis gegen Pospischil besorgte Lukas Ehlert das 3:1, der nach einer etwas verunglückten Abwehr von FT-Schlussmann Emir Sijaric keine Mühe hatte (57.). Wenig später haderte Römmich dann mit der Entstehung des erneuten Anschlusstreffers, den Marmol per Kopf erzielte: „Der erste Fehler war, dass wir sie flanken lassen. Der zweite Fehler war, dass Leon Bräuer mit seiner Größe nicht hochgeht.“ In der Schlussphase wurde es dann hitzig, wobei den Turnern, die im 5-3-2-System begannen und nach einer Umstellung vom Coach auf 4-4-2 am Ende sogar mit vier Spielern stürmten, nur wenige Mittel gegen dezimierte Sodener einfielen. Auf der anderen Seite hätten Degermenci und Krapf nach guten Konterchancen die Partie schon früher entscheiden können.

Bad Soden: T. Paulowitsch (60. Moaremoglu), Bräuer, Saletnik, K. Paulowitsch – Neiter, Pospischil – Krapf (70. Kreß), Ehlert, Degermenci (90. Lairich) – Fiorentino.

FT Fulda: Sijaric – Auth, Kollmann (80. Röhm), Seifert, Marmol, Schäfer – Möller, Lofink, Link – Voland (38. Sancho Gonzalez), Kircher.

Tore: 1:0 Samet Degermenci (12.), 2:0 Jaron Krapf (39.), 2:1 Jose Alberto Santiago Marmol (49., Foulelfmeter), 3:1 Lukas Ehlert (57.), 3:2 Jose Alberto Santiago Marmol (60.)

Zuschauer: 100.

Rote Karte: Christian Pospischil (Bad Soden, 60.)

Gelb-Rote Karten: Leon Bräuer (Bad Soden, 79.), Lucas Ehlert (Bad Soden, 85.)

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