(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 07.Oktober 2020)

Eichenzell (pf) – Wenn Daniele Fiorentino nicht da ist, muss eben Lukas Ehlert ran: Der Offensivmann der SG Bad Soden sorgte am Mittwochabend für den 3:2 (1:1)-Sieg der Sprudelkicker am Eichenzeller Kunstrasen. Die Britannia gestaltete das Topspiel in der Fußball-Verbandsliga ausgeglichen, doch es fehlte das Glück.

Einfach mal aus 23 Metern abziehen – das dachte sich Ehlert nach einer guten Stunde und die Kugel schlug abgefälscht zum 2:1 ein. Doch der ebenbürtige FCB steckte nicht auf, der trotz Gelb-Roter-Karte gegen Soden nicht in Überzahl war, weil Alexander Okyere kurz zuvor ausgewechselt wurde und selbige dann nach Protesten auf der Bank sah. Auch nach dem 1:3 durch Ex-Bundesligaprofi Kevin Pezzoni war die Messe noch nicht gelesen, in einer hektischen Phase mit vielen kleinen Nickligkeiten brachte Jonathan Müller, der vorher Alu-Pech hatte, die Hausherren nach Broschke-Hereingabe wieder ran und eröffnete eine offene Endphase.

Der FCB wollte in der Schlussviertelstunde einen Strafstoß haben, eine ähnliche Situation hatte Schiri Carsten Dücker in Hälfte eins auf der andren Seite abgepfiffen, doch diesmal blieb die Pfeife stumm. Unglaublicher Druck kam hintenraus auf das Sodener Tor zu, doch die glücklichen Gäste verteidigten mit dem Sieg erfolgreich die Tabellenspitze. Eichenzell wiederum durfte sich grün und blau ärgern. „Das ist super ärgerlich, der Schuss beim 1:2 wäre niemals gefährlich geworden. Das Ergebnis spiegelt das Spiel auf keinen Fall wider“, sagte Britannia-Coach Heiko Rützel, dessen Team im Mittelfeld sogar die Oberhand gehabt habe, die zwischenzeitlich verletzungsbedingte Auswechslung von Alexander Ganß tat den Gastgebern jedoch weh. Sodens Trainer Anton Römmich wiederum sprach von einem verdienten Sieg: „Wir waren in der ersten Halbzeit tonangebend und Eichenzell hat fast nur lange Bälle auf Broschke geschlagen. In der zweiten Halbzeit haben sie es dann versucht, spielerisch zu lösen, aber ohne zwingende Chancen zu haben. Im Großen und Ganzen gehen wir als verdienter Sieger vom Platz“.

Die Eichenzeller Führung war nicht unverdient, weil der FCB etwas besser in die flotte Partie reinkam und durch Patrick Broschke die erste Chance hatte. Dann zeigte Benedikt Rützel, warum er aktuell in Topform ist: Sein zehntes Saisontor war ein klasse Freistoß aus knapp 25 Metern, der Ball flog wie ein Strahl in den Winkel zur Führung. Eigentlich wäre das Rudi Wasirows Position gewesen, der saß aber wie Tim Ströder zunächst auf der Bank. Für die beiden rückten Lukas Heil und Christian Müller in die Startelf. Und Heil war es, der wenig später ein Foul begangen haben soll, was die heimischen Fans wiederum überhaupt nicht verstehen konnten – es gab Elfmeter und Ehlert verwandelte. Es war die strittigste Szene der Partie: „Den darfst du auf dem Niveau nicht geben“, beschwerte sich Heiko Rützel, während Römmich meinte, dass es den Elfer „zurecht“ gab. Direkt danach hätte Alexander Okyere auf 2:1 für die Sprudelkicker stellen können, doch verzog.

Eichenzell: Schwarz – Cl. Müller, Chr. Müller, Schneider, Bagci – Heil, Ganß (55. Wasirow), G. Müller – J. Müller, Rützel, Broschke.

Bad Soden: Ersöz – Okyere (56. T. Paulowitsch), Rintelmann, Pezzoni, Demuth – Ehlert, Neiter, Huhn, Stoilas – Pospischil (75. Memeti), Mezini (63. Adem)

Schiedsrichter: Carsten Dücker (Mackenzell)

Tore: 1:0 Benedikt Rützel (26.), 1:1 Lukas Ehlert (30., Foulelfmeter), 1:2 Lukas Ehlert (60.), 1:3 Kevin Pezzoni (69.), 2:3 Jonathan Müller (75.)

Zuschauer: 180

Gelb-Rote Karte: Alexander Okyere (Bad Soden, 66.) – nach Auswechslung.

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