Bad Sodens Offensivqualität setzt sich durch

(Bericht von osthessen-zeitung.de vom 15.April 2018)

Bad Soden (fs) – Aufatmen bei der SG Bad Soden, Enttäuschung bei der Regionalliga-Reserve des KSV Hessen Kassel: Im Kellerduell der Fußball-Verbandsliga feierten die Sprudelkicker nach fünf Spielen ohne Sieg einen ganz wichtigen 3:0 (0:0)-Heimsieg, die Junglöwen warten im Jahr 2018 weiterhin auf den ersten Saisonsieg und haben nach der 16. Saisonniederlage die Chancen auf den Klassenerhalt endgültig begraben.

„Das war heute sehr, sehr wichtig. Wir müssen nicht schön spielen, sondern Punkte holen“, atmete Bad Sodens Trainer Anton Römmich ganz tief durch, nachdem seine Sprudelkicker die Negativserie von fünf Spielen ohne Sieg beendet hatten. Durch den achten Saisonsieg klettert Bad Soden auf Rang 13 und hat jetzt nur noch zwei Punkte Rückstand auf Dörnberg auf Rang zehn. Die KSV-Reserve wiederum ist mit 17 Punkten weiterhin Vorletzter, der Rückstand aufs rettende Ufer ist jetzt schon auf 14 Punkte angewachsen, selbst der 14. Schwalmstadt ist zwölf Zähler entfernt. Andererseits hätten die Junglöwen den Rückstand auf Bad Soden mit einem Sieg auf sieben Zähler verkürzen können. „Klar sind wir enttäuscht, zumal wir hier bis zur 70. Minute ein Riesenspiel gemacht haben“, meinte KSV-Co-Trainer Sebastian Busch, der sich mit dem Abstieg abgefunden hat: „Man muss nicht um den heißen Brei herumreden, das war heute die Entscheidung. Wir haben zwar noch direkte Duelle, aber man darf nicht so vermessen sein und glauben, dass wir alle Gegner weghauen.“

Dabei hatten sich beide Teams bis zur Sodener Führung nach 73 Minuten ein ausgeglichenes Spiel geliefert, in dem beide hätten in Führung gehen können: Bei den Gastgebern gingen Distanzschüsse von Christoph Neiter (27.) und Kevin Paulowitsch (32.) nur knapp vorbei, dazu fand der Pass des stark aufgelegten Daniele Fiorentinos keinen Abnehmer (43.). Auf der Gegenseite verhinderte Sodens Keeper Arturo Gonzalez-Garcia gegen Jan-Erik Leinhos, der über das halbe Spielfeld marschieren konnte, das 0:1 (22.), dazu lenkte er Kevin Kochs Kracher aus 16 Metern gerade noch so an die Latte (34.).

Nach dem Seitenwechsel hatten die Junglöwen dann sogar eine Doppelchance, um in Führung zu gehen, in die Schussversuche von David Lensch und Koch warfen sich jedoch zwei Sodener noch in allerletzter Sekunde. „Das war der Knackpunkt, da muss das Ding einfach rein. Wenn du 1:0 führst, dann spielen wir das Spiel ganz anders“, haderte Busch mit den liegengelassenen Chancen. Dafür präsentierte sich Bad Soden effektiv: Nach einer Balleroberung von Christoph Neiter ging es schnell, den Diagonalball nahm Jannik Burgstaller auf links an, flankte und am langen Pfosten musste Lukas Ehlert nur noch einschieben (73.). „Das war ein super Spielzug, nachdem wir das Gegentor gerade noch so auf den letzten Drücker verhindert haben“, strahlte Römmich, dessen Team das Spiel nun im Griff hatte: Die jungen Nordhessen – kein Spieler war über 21 Jahre alt – ließen nun die Köpfe hängen, Bad Soden konterte zweimal und erhöhte noch. Erst beendete Daniele Fiorentino seinen Tor-Fluch und traf erstmals seit vier Spielen wieder (78.), in der Schlussminute schob dann der eingewechselte Marco Di Maria zum 3:0-Endstand ein.

„Man hat natürlich gemerkt, dass mit seiner Einwechslung ein Ruck durch die Mannschaft ging. Marco ist angeschlagen, aber als er reinkam, hat er frischen Wind in die Offensive gebracht und auch nach hinten viele Meter gemacht“, lobte Römmich seinen Spielgestalter, hob aber hervor: „Das war eine hervorragende Mannschaftsleistung. Alle haben für das Team gekämpft und alles gegeben, das war überragend. Kassel hat uns wirklich alles abverlangt.“ Sein Gegenüber wiederum musste geknickt konstatieren: „Bad Soden spielt das in den letzten zehn, 15 Minuten dann auch clever und gut. Da merkt man dann auch die Qualität der drei Offensiven.“ Womit Busch natürlich die drei Torschützen meinte, die allesamt schon Regionalliga spielten.

Bad Soden: Gonzalez-Garcia; K. Paulowitsch, Bräuer, T. Paulowitsch (67. Idrissi), Burgstaller – Jordan (64. Di Maria), Lairich (74. Scheller), Neiter, Krapf – Ehlert, Fiorentino.

Kassel II: Kliebe; Bode, Krug, Künzel, Voss –– Appel, Unzicker (80. Kaygusuz) – Leinhos, Schütze, Koch – Lensch (80. Bredow).

Schiedsrichter: Sven Thoma (Ober-/Mittelstreu)

Tore: 1:0 Lukas Ehlert (73.), 2:0 Daniele Fiorentino (78.), 3:0 Marco Di Maria (90.)

Zuschauer: 60.

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